Sachsen

Tiefe und Fläche

Im Dialog: Wissenschaftliche Tableaus und Olaf Holzapfel

Welche Schätze beherbergen Universitätssammlungen? Was erzählen sie über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Wissensproduktion in Kunst, Technik und Forschung? In der Ausstellung „Tiefe und Fläche“ wurden vom 27.09.–01.12.2024 erstmals über 100 wissenschaftliche Objekt-Tableaus im Zusammenspiel mit künstlerischen Tableaus des international bekannten Dresdner Künstlers Olaf Holzapfel gezeigt.

Ein Kunstwerk aus Holzbalken liegt in einem großen Raum mit Ziegelmauerwerk

Ausstellungsansicht Oktogon © HfBK Dresden, Foto: Andreas Kempe

Ausgangspunkt der Ausstellung „Tiefe und Fläche" waren über 40 universitären Lehr- und Forschungssammlungen der Technischen Universität Dresden (TUD) und der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden. Diese Sammlungen enthalten Modelle, Lehrtafeln, Moulagen, Präparate und Objekte weiterer Gattungen, die über die letzten 200 Jahre hinweg mit speziellen didaktischen oder wissenschaftlichen Absichten für die Lehre und Forschung angefertigt oder zusammengetragen wurden.

Tableaus, Faltungen, Gemälde, Werke mit Naturmaterialien wie die Heubilder und Modelle der vergangenen 20 Jahre  

Die Schau setzt den Fokus auf die bisher wenig beleuchtete Gattung des Tableaus: Schautafeln oder -kästen mit Arrangements von Exponaten. Im Zusammenspiel mit diesen historischen „Objekt-Tableaus“ waren eigens für das Projekt geschaffene und arrangierte Werke von Olaf Holzapfel (*1967 in Dresden) zu sehen: Faltungen, Gemälde, Werke mit Naturmaterialien wie die Heubilder und Modelle der vergangenen 20 Jahre sowie eine neue Fachwerk-Arbeit.

Im Oktogon, der Kunsthalle der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wurde die große Bandbreite der einzigartigen und bislang noch nie gemeinsam ausgestellten „Objekt-Tableaus“ aus Lehr- und Forschungssammlungen von mehr als 15 verschiedenen wissenschaftliche Disziplinen präsentiert, unter anderem aus umweltwissenschaftlichen Fächern wie der Forstzoologie über Lebensmittelchemie, Farbstoffsammlung und Anatomie bis hin zur Elektrotechnik und den Ingenieurwissenschaften.

Der Bildhauer und Konzeptkünstler Olaf Holzapfel, der seine Ausbildung an der Technischen Universität Dresden und der Dresdner Hochschule für Bildende Künste absolvierte, wurde von der Kustodie der Technischen Universität Dresden eingeladen, für die Ausstellung eine zeitgenössische Fassung des Tableaus zu entwickeln. Holzapfel erlangte internationale Bekanntheit mit Fachwerkskonstruktionen sowie Heu- und Strohbildern, die dezidiert auf Handwerkstechniken Bezug nehmen. In einer von Digitalisierung und Spezialwissen geprägten Welt, fokussiert Holzapfel durch die Zeiten hinweg auf die Übergänge zwischen den Disziplinen.

Die komplementär angelegte Ausstellungsinszenierung mit den rund 110 Tableaus als Ordnungs- und Zeigeform und Holzapfels künstlerischen Setzungen eröffnete neue Perspektiven auf zeitgenössische Lebensräume und ihre Geschichte, auf jenes „Dazwischen“ (Olaf Holzapfel) im Verhältnis von Mensch, Natur, Ding und Zeit.

Das Projekt wurde gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

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