Restaurierung der Ringstele „Geschichte der Stadt Schwedt“ – ein Objekt der baubezogenen Kunst der DDR von Axel Schulz aus dem Jahr 1971

Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Stadtsparkasse Schwedt fördern umfassende Notsicherung und Restaurierung der Ringstele.

Schwedt, 16.05.2024. Heute übergab Ludger Weskamp, Vorsitzender des Vorstands der Ostdeutschen Sparkassenstiftung an Annekathrin Hoppe, Bürgermeisterin der Stadt Schwedt/Oder die schriftliche Förderzusage für die Restaurierung der Ringstele von Axel Schulz.

„Kunst im öffentlichen Raum berührt unmittelbar den Alltag der Stadtbewohner und Besucher. Sie fördert den sozialen Austausch und gesellschaftlichen Zusammenhalt – sie prägt das Stadtbild. Deshalb unterstützt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stadtsparkasse Schwedt die Restaurierung des Werkes von Axel Schulz. Die Bewahrung des kulturellen Erbes der DDR ist uns ein wichtiges Anliegen, daher fördern wir auch die Bestandserfassung der baubezogenen Kunst zwischen 1946 und 1990 im Land Brandenburg“, betonte Ludger Weskamp.

„Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) hat 2021 in der Stadt Schwedt mit der systematischen Erfassung von baubezogener Kunst in Schwedt begonnen. Die Untersuchung hat interessante und überraschende Bezüge zwischen den verwendeten Techniken und den Gestaltungsideen zu Tage gefördert. Darüber hinaus wurde aber auch der Zustand der Objekte und ggf. erforderlicher Sicherungsbedarf erfasst und der Bedarf an weiterführenden Untersuchungen Maßnahmen aufgenommen. So wurden gravierende Schäden mit drohendem Substanzverlust an der Ringstele dokumentiert“, berichtet Mechthild Noll-Minor.

„Im Namen der Stadt Schwedt/Oder bedanke ich mich bei der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stadtsparkasse Schwedt. Ihre großzügige Unterstützung ermöglicht die umfassende Notsicherung und Restaurierung der Ringstele ‚Geschichte von Schwedt‘. Die Ringstele des Bildhauers Axel Schulz, der viele Jahre in Schwedt gelebt hat und dessen Werke in unserer Stadt allgegenwärtig sind, ist ein unverzichtbarer Teil unseres kulturellen Erbes. Dank Ihrer Förderung können wir dieses wertvolle Kunstwerk für kommende Generationen bewahren“, sagt Annekathrin Hoppe.

Das ringförmige Relief „Geschichte von Schwedt“ von Axel Schulz (1937-2012) aus dem Jahr 1971 ist ein bedeutendes, technisch experimentelles Objekt der baugebundenen Kunst der DDR in Schwedt. Es besteht aus einem schwebenden Ring, der über Verbindungsstege an vier Rundpfeilern befestigt ist. Das Werk zeigt Szenen der Stadtentwicklung von 1958 bis 1971 und greift dabei Themen wie Landwirtschaft, Bauarbeiten an Industrie- und Wohnungsbauten, Frauen im Arbeitsalltag sowie junge Familien und eine Kindergärtnerin mit ihrer Kindergruppe, Kinderreichtum und Kindererziehung auf. Hinzu kommen Szenen von Bau- und Montagearbeitern und die Anlage des Erdölverarbeitungswerkes – Motive aus Industrie und Aufbau dominieren.

Aufgrund gravierender Schäden mit drohendem Substanzverlust an der Ringstele sind weitere Untersuchungen und Konservierungsmaßnahmen notwendig.

Zum Künstler

Axel Schulz, Bildhauer und Grafiker, geboren 1937 in Königs Wusterhausen, gestorben 2012 in Neuentempel; 1955 bis 1960 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Heinrich Drake; 1960/1961 als Gestalter für den Plattenbau im Betonwerk Schwedt tätig; 1961 bis 1963 freischaffend in Berlin tätig; ab August 1963 bis zu seinem Tode freischaffender Bildhauer in Schwedt.

In Brandenburg lassen sich auch weitere wichtige Beispiele baubezogener Kunst, insbesondere aus der Zeit zwischen 1946 und 1990 finden. Daher unterstützt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung das Projekt des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM), den erhaltenen Bestand an baubezogener Kunst der DDR im Land Brandenburg systematisch zu erfassen. In Schwedt, Eisenhüttenstadt und Potsdam erfolgten bisher eine gemeinsame kunsthistorische und restauratorische Ersterfassung, in Cottbus und Frankfurt (Oder) steht nach der kunsthistorischen Erfassung jetzt die restauratorische und kunsttechnologische Erfassung der Werktechniken und Materialien und eine Zustandserfassung an. Durch Auswertung der Daten und Austausch mit anderen Erfassungsprojekten zu Fachbegriffen werden im Rahmen des Projektes u.a. die vergleichende Untersuchung von Werktechniken und von Künstlerbezügen ermöglicht.