Dessau/Berlin, 16.04.2026. Seit über 20 Jahren vergibt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung den Rust-Preis an junge Geigerinnen und Geiger. Wer in dem zweitägigen Wettbewerb in Dessau besteht, hat die Chance, sich aus den 14 Meistergeigen der Stiftung ein individuell passendes Instrument auszuwählen und es für mindestens zwei Jahre zu spielen. Zusätzlich können die Teilnehmenden Preisgelder gewinnen und sich Auftrittschancen erspielen. Das Anhaltische Theater Dessau ermöglicht darüber hinaus einen Auftritt mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau als Sonderpreis.
Was ist am Rust-Preis besonders? Durch den Wettbewerb werden junge Menschen dazu angeregt, sich noch intensiver mit ihrem Instrument und ihrer musikalischen Zukunft zu beschäftigen. Sie haben die Möglichkeit, auf einem individuell zu ihnen passenden Meisterinstrument längere Zeit spielen zu dürfen. So können sie ihre besondere Begabung noch besser entwickeln und neue Perspektiven dazugewinnen.
Alle Meisterinstrumente, die im Rahmen des Rust-Preises vergeben werden, wurden im Auftrag der Ostdeutschen Sparkassenstiftung von ostdeutschen Geigenbauern gebaut. Damit fördert die Stiftung den Mittelstand und sorgt zugleich für die Bewahrung hochentwickelter Handwerkstechniken. Das gibt es so in Deutschland kein zweites Mal.
Bewerben können sich Geigerinnen und Geiger zwischen 12 und 21 Jahren (Stichtag 31. Oktober 2026), die seit mindestens vier Jahren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen oder Sachsen-Anhalt leben. Für den Rust-Preis vorzubereiten ist ein Programm aus drei Werken unterschiedlicher Epochen. Die stilistische Vielfalt sollte im Programm und im Vortrag erkennbar sein.
Eine unabhängige Jury entscheidet über die Zulassung zum Wettbewerb, die Vergabe der Instrumente und der Preise. Dieser gehören in diesem Jahr an:
Der Namensgeber des Wettbewerbs, FRIEDRICH WILHELM RUST (geboren 1739 in Wörlitz, gestorben 1796 in Dessau), war ein hervorragender Geiger und gleichzeitig ein musikalisches Multitalent. Er beherrschte mehrere Instrumente, erhielt Unterricht von namhaften Zeitgenossen wie Carl Philipp Emanuel Bach und Franz Benda und rundete seine Ausbildung bei Pugnani und Tartini in Italien ab. Später machte er sich mit seinen Werken in fast allen Musikgattungen auch als Komponist einen Namen. Als leidenschaftlicher Pädagoge versammelte Friedrich Wilhelm Rust begabte Musikerinnen und Musiker um sich, bildete sie aus und entwickelte sie zu einem versierten Orchester. Gleichzeitig verstand er es, den Hof und die Dessauer Gesellschaft für die Aufführung öffentlicher Konzerte zu begeistern. Mit seinem Können und seiner Persönlichkeit trug Friedrich Wilhelm Rust maßgeblich zur Entwicklung eines wachsenden Musiklebens in Dessau bei. Die Anhaltische Philharmonie, die aus der fürstlichen Hofkapelle hervorging, ist ohne ihn und sein Wirken nicht denkbar.