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Restaurierung der Terrakotten von Schloss Gadebusch gesichert

Sparkasse und Ostdeutsche Sparkassenstiftung stellen Mittel zur Verfügung

Gadebusch, 01.07.2020. Nachdem sich das Schloss seit 2017 wieder im Eigentum der Stadt befindet, dauerte es nicht lange, bis der Förderverein Renaissanceschloss und Museum Gadebusch e. V. Kontakt zu der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest aufnahm, um Fördermöglichkeiten zu erfragen. „Wir wussten, dass die Sparkasse ein bedeutender Förderer von Kunst und Kultur ist, hatten dennoch angesichts der vielen offenen Fragen und des hohen Mittelbedarfs nicht sehr viel Hoffnung“, erinnert sich der Projektkoordinator der Stadt Gadebusch, Christoph Struck, an die ersten Kontakte zu der Sparkasse. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Manuel Krastel, war durchaus optimistischer und nahm Kontakt zu dem Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Friedrich-Wilhelm von Rauch, auf. Es wurde kurzerhand ein Ortstermin vereinbart, und spätestens danach hatten die Gadebuscher die Herzen von Sparkasse und Ostdeutscher Sparkassenstiftung gewonnen.

„Die kunsthistorische Bedeutung von Schloss Gadebusch ist allererste Liga. Es gehört mit dem Schweriner Schloss und dem Fürstenhof in Wismar zu den drei herzöglichen Schlössern der mecklenburgischen Backsteinrenaissance. Beeindruckt hat uns aber auch das hohe Engagement der Stadt und ihrer Bürger für „ihr“ Schloss sowie das professionelle Agieren des Fördervereins“, so Stiftungsdirektor von Rauch.

Sparkasse und Ostdeutsche Sparkassenstiftung hatten sich von Beginn die Restaurierung der Terrakotten als Förderprojekt ausgeguckt. Die an der Süd- und Westfassade verbauten Terrakotten stammen überwiegend noch aus der Erbauungszeit des Schlosses in den Jahren 1571 bis 1573. Es wird angenommen, dass man für den Schmuck des Bauwerks den noch vorhandenen Vorrat an übriggebliebenen Terrakotten von dem Schloss in Schwerin und dem Fürstenhof in Wismar verwendete.

Obwohl die Terrakotten relativ gut und vollständig erhalten sind, ist eine umfassende Restaurierung der insgesamt über 1.400 Terrakotten erforderlich. Hierzu wurde bereits eine umfassende Bestandsaufnahme und deren Einteilung in unterschiedliche Schadenskategorien vorgenommen.

Klar war aber auch, dass neben der Sparkasse und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung weitere Förderer gefunden werden mussten, um die Restaurierung der Terrakotten in eine umfassende Sanierung der Süd- und Westfassade des Schlosses zu integrieren. Inzwischen sieht es auch hier gut aus. Nachdem der Landkreis bereits im vergangenen Jahr und der Bund vor einigen Wochen Mittel zugesagt hatten, können die Gadebuscher auch mit der Unterstützung durch das Land und die lokale Leader Arbeitsgruppe rechnen.

Anlässlich der Übergabe der Förderzusage freute sich Manuel Krastel, dass die Finanzierung für die Restaurierung der beiden Fassaden so gut wie gesichert ist und die Stadt sowie der Förderverein für ihre Bemühungen endlich belohnt werden.

„Wir hoffen natürlich, dass die Arbeiten bald losgehen und auch weitere Schritte in den nächsten Jahren folgen“, so Krastel weiter.

Aus Sicht der Stadt führt die Fassadensanierung zu einer nachhaltigen Steigerung der Attraktivität des Schlossensembles und der gesamten Altstadt. Bis zum Jahr 2025, in dem das 800 Jahre Stadtrecht für Gadebusch gefeiert werden kann, ist die Nutzung des Schlossensembles für eine breite Öffentlichkeit vorgesehen, ohne dass ein Abschluss der Gesamtrestaurierungsarbeiten bereits erfolgt sein muss.

 

Zur Information

Bewahren, Stärken, Begeistern.“ Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert in diesem Sinne seit 1996 Kunst, Kultur und Denkmalpflege. Die Stiftung ist ein Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Rund 2.200 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert.  Dafür standen 95 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung.

Davon wurde allein im Land Mecklenburg-Vorpommern für 341 Projekte eine Gesamtsumme von rund 14 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Sparkassenorganisation ist der größte nicht-staatliche Kulturförderer in Deutschland.